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Christa Lieb – Autorin

14. April 2026
von Christa Lieb
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Kleine Schritte …

Ja, es ist mühsam und geht in kleinen Schritten voran. Aber es geht voran. Immerhin.

Vergangenes Wochenende waren wieder so Momente, die ich am Schreiben liebe: Plötzlich tut sich eine Tür auf, man tritt ein in die Welt des Romans. Dinge klären sich, Wege wollen erkundet werden, ProtagonistInnen freuen sich auf ein Wiedersehen.

Exakt so ist es mir ergangen; auch weil die Bedingungen gepasst haben. Ich hatte Zeit und Muße, habe mich aus Social Media mit dem alltäglichen Wahnsinn ausgeklinkt. Es ist mir gelungen, meinen Kopf von Dingen zu befreien, auf die ich keinen Einfluss habe, die mich aber belasten und leider viel zu oft vom Schreiben abhalten. Und um den Schlaf bringen, was zur Folge hat, dass der nächste Tag meist sehr unproduktiv ist. Aber was das Wichtigste war, ich hatte richtig Lust darauf, mir mein Manuskript vorzunehmen und einigen Dingen auf den Grund zu gehen.

Und es hat sich gelohnt: Die Orte des Geschehens stehen nun fest. Ebenso die Namen der ProtagonistInnen und wer welche Rolle spielt. Es gibt einen roten Faden. Vielversprechende Textpassagen und Dialoge sind entstanden. Ich habe mich für einen Titel entschieden und auch schon eine leise Ahnung davon, wie das Cover aussehen könnte.

Das alles ist erfreulich, wird aber nur zum Ziel führen, wenn ich mich regelmäßig mit der Geschichte beschäftige (was ich mir fest vorgenommen habe).

Fortsetzung folgt … Hoffentlich

Christa Lieb ©

PS: Das ausgewählte Foto soll schon mal einen kleinen Hinweis auf den Ort des Geschehens und die Dramatik geben 😉

22. Februar 2026
von Christa Lieb
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Neues Schreibprojekt …

Wie nach jeder Fertigstellung eines Romans, habe ich auch dieses Mal wieder viel Zeit damit verbracht, die Leere in meinem Kopf zu überwinden und die eine Frage zu beantworten: Beginne ich etwas Neues?

Letzten Sommer, während unseres wunderbaren Familienurlaubs an der Ostsee, gab es darauf eine klare Antwort: Ja, es wird einen neuen Roman geben. So viele skurrile Namen, die Stimmung … alles passte. In diesen schönen Tagen sind auch die ersten Gedankenfetzen entstanden.

Wieder zu Hause, habe ich leider versäumt, den Faden aufzunehmen. Da waren wieder so viele andere Dinge, die erledigt werden mussten. Der Sommer verging; der Herbst – ein gefühlter Wimpernschlag. Und nach Weihnachten spürte ich leises Bedauern darüber, dass ich so nachlässig gewesen bin.

Im Januar habe ich endlich das Projekt »Neuer Roman« (wieder) in Angriff genommen. Es gibt einen ungefähren Plot, einige Protagonisten sind benannt, der Ort des Geschehens steht fest. Gute Voraussetzungen also, um etwas Brauchbares hinzubekommen.

Ich gebe zu, es mangelt noch an der Ausdauer und an der Regelmäßigkeit. Auch das nichts Neues. Der Anfang ist gemacht – immerhin.

Christa Lieb ©

22. September 2025
von Christa Lieb
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On air

On air

Gestern war ich zum zweiten Mal zu einem Interview bei Radio Wein-Welle eingeladen. Danke dafür.

Es waren kurzweilige, anregende 90 Minuten rund ums Schreiben. Einen besonderen Eindruck haben die beiden jungen Schreibkolleginnen Marisa und Cassandra bei mir hinterlassen. Zwei junge Frauen am Anfang ihrer Schreiblaufbahn, die trotz ihrer jungen Jahre schon sehr gehaltvolle Texte verfassen … eine eigene Sprache gefunden haben. Ich wünsche den beiden noch viele wunderbare, inspirierende Schreibzeiten und auch die Anerkennung und Wertschätzung, die diese Arbeit verdient.

Und natürlich auch ein herzliches Dankeschön an Hannah, die gewohnt souverän durch die Sendung führte und es uns mit ihren passgenauen Fragen ermöglichte, einen Einblick in den Schreibprozess zu geben. Und mir persönlich die Gelegenheit, meinen neuen Roman »Winkelzüge« vorzustellen.

Christa Lieb ©

2. Juni 2025
von Christa Lieb
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20 Jahre …

20 Jahre Schreiben. Ein Zeitraum, den ich (noch) nicht so recht fassen kann. 20 Jahre – das klingt nach einem enormen Zeitstrahl und dennoch kommt es mir vor als hätte ich erst vorgestern mit dem Schreiben begonnen.

Und wie es so ist bei solchen Meilensteinen, stellt sich die Frage nach dem Sinn und Zweck, nach dem Für und Wider, nach dem Auf und Ab, nach dem … Es gäbe noch einige Dinge, die in diesem Zusammenhang zu nennen wären.

Sinn und Zweck: Wie es bei vielen Schreibende so ist, habe ich bereits im Teenageralter begonnen, Tagebuch zu schreiben. Meine Liebe zu Büchern begann, als ich in der Lage war, selbst zu lesen. Auf die Idee, ganze Geschichten zu erdenken, bin ich erst relativ spät gekommen (was ich heute bedauere). Und wenn ich ehrlich bin, hat mich letztendlich eine unbefriedigende Situation dazu gebracht. Ich wollte etwas tun, was nur mir gehört, was mich zufrieden macht, einen Sinn ergibt. Vereinsleben ist nicht mein Ding, was also könnte diese Wünsche erfüllen? Als ich dann zufällig auf einen Online-Schreibkurs gestoßen bin, wusste ich sofort: Das ist es! Obwohl eher zögerlich und nicht sehr spontan, habe ich in diesem Fall nicht lange darüber nachgedacht, was da eventuell auf mich zukommen könnte. Ich habe diesen Schritte nicht bereut. So viele liebenswerte, gleichgesinnte Menschen sind mir während dieser Zeit begegnet. Unvergessen unsere Schreibzeiten in Holland oder der Eifel.  Schon das ein Grund, nichts zu bereuen.

Für und Wider: Aus einem Schreibkurs wurden drei; mein erster Roman »Tage wie Ebbe und Flut« entstand in dieser Zeit. Immer begleitet von hilfreichen Feedbacks. Als die Möglichkeiten dieser Schreibkurse ausgeschöpft waren, habe ich mich bei der Schule des Schreibens zu einem Fernstudium angemeldet. Diese Entscheidung fiel nicht mehr spontan. Zu der Zeit habe ich mir schon oft die Frage nach dem Für und Wider gestellt. Der Schritt, sich öffentlich zu machen, ist für introvertierte Menschen wie mich kein leichter. Man muss mit Situationen und Reaktionen umgehen, die man sich vorher so nicht vorstellen kann. Und es waren beileibe nicht immer positive. Nun gut, ich habe den Schritt gewagt und auch dieses Mal davon profitiert. Mein zweiter Roman »Gefrorene Zeiten« ist während dieser Zeit entstanden. Es hat sich also, trotz der Mühen, gelohnt.

Auf und Ab: Wer hier ab und zu vorbei schaut weiß, dass ich über dieses Thema schon einige Beiträge geschrieben habe. Damit verbinden sich für mich (leider) auch viele Schattenseiten des Schreibens. Schreiben ist Mühe, Einsamkeit, Selbstzweifel, schlaflose Nächte, Schreibblockaden, die Frage nach dem Sinn des Ganzen. Aber auch Euphorie, wenn die Worte sprudeln, sich all die Buchstaben schließlich zu einem Roman, einem großen Ganzen verbinden. Die Freude, der Stolz … die Genugtuung, wenn man das fertige Buch endlich in seinen Händen hält. Aber wie es so ist im Leben, folgt auf das Auf unweigerlich das Ab. Ich vergleiche das gerne mit einer Bergtour. Nach großer Anstrengung steht man endlich am Gipfelkreuz; müde, erschöpft, aber glücklich. Und dann muss man wieder hinabsteigen ins Tal. Bei mir folgt regelmäßig ein überwältigendes Gefühl der Leere, Gedanken, die mir nahelegen, es jetzt dabei zu belassen, sich  wieder anderen (schönen) Dingen zuzuwenden.

Bisher ist mir aber irgendwann immer eine zündende Idee in die Quere gekommen und die Gedanken ans Aufhören haben sich stets in Luft aufgelöst. Mein letzter Roman »Winkelzüge« ist im März erschienen. Noch dominiert die Leere. Aber wer weiß. Vielleicht findet mich demnächst eine Idee …

Christa Lieb ©